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Was ist eine Sicherheitsbewertung für recycelte Kunststoffe?

Der Weg von Kunststoffabfällen zu wiederverwendbaren Ressourcen ist ein Eckpfeiler der Kreislaufwirtschaft. Wenn jedoch recycelte Kunststoffe für sensible Anwendungen wie Lebensmittelkontaktmaterialien, Kosmetika oder Gesundheitsanwendungen bestimmt sind, ist eine umfassende Sicherheitsbewertung nicht nur bewährte Praxis – sie ist eine absolute Notwendigkeit. Der Schutz der Verbrauchergesundheit ist von größter Bedeutung, und dies beinhaltet eine tiefgehende Untersuchung der chemischen und physikalischen Eigenschaften von recycelten Materialien, um sicherzustellen, dass sie strenge Sicherheitsstandards erfüllen.

Warum ist die Sicherheitsbewertung entscheidend?

Recycelte Kunststoffe können Rückstände aus ihren früheren Verwendungen enthalten. Dazu gehören möglicherweise Rückstände früherer Inhalte, Abbauprodukte oder Verunreinigungen, die während der Sammlung und Wiederaufbereitung aufgenommen wurden. Ohne eine gründliche Sicherheitsbewertung könnten diese Substanzen potenziell in Lebensmittel oder Getränke migrieren und Gesundheitsrisiken darstellen. Bei Applus+ Laboratories verwenden wir nach ISO 17025 akkreditierte Prüfmethoden, die ein hohes Maß an Kompetenz in unseren Prüf- und Kalibrierlaboren gewährleisten.

Umgang mit unbeabsichtigten eingebrachten Stoffen (NIAS)

Unbeabsichtigt eingebrachte Stoffe (NIAS), d.h. chemische Verbindungen, die in einem Material vorhanden sind, aber aus technischen Gründen während des Produktionsprozesses nicht absichtlich hinzugefügt wurden, stehen besonders im Fokus. NIAS können aus verschiedenen Quellen stammen, darunter Nebenreaktionen während der Polymerisation, Abbauprodukte oder Verunreinigungen. Die Identifizierung und Bewertung der mit NIAS verbundenen Risiken ist ein komplexer, aber wesentlicher Bestandteil der Gewährleistung der Gesamtsicherheit von recycelten Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Was ist die PFAS-Analyse und warum ist sie so wichtig?

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Gruppe von synthetischen Chemikalien, die in der Umwelt und im menschlichen Körper sehr langlebig sind.

  • Nachweis und Quantifizierung: Für den genauen Nachweis und die Quantifizierung von PFAS sind spezielle Analysemethoden erforderlich, oft bis hinunter zu Konzentrationen im Bereich von Teilen pro Milliarde (ppb).
  • Neue PFAS-Verbindungen: Die PFAS-Landschaft entwickelt sich ständig weiter, daher ist auch das Screening auf neue PFAS-Verbindungen wichtig.
  • Konformität: Die Einhaltung der neuesten PFAS-Beschränkungen ist ein entscheidender Aspekt der Sicherheitsbewertung.

Was sind SVHCs und warum sind sie wichtig?

Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHCs) sind Chemikalien, die schwerwiegende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt haben können und unter der europäischen REACH-Verordnung identifiziert werden.

  • Nachweisanforderungen: Die analytische Identifizierung von SVHCs erfordert ausgeklügelte Methoden wie LC-MS/MS und GC-MS mit Nachweismöglichkeiten bei Konzentrationen von nur 0,01 %.
  • Gesetzliche Aktualisierungen: Die ECHA-Kandidatenliste wird regelmäßig erweitert und enthält derzeit über 230 Substanzen, wodurch eine kontinuierliche Überwachung der Einhaltung unerlässlich ist.
  • Lieferkettenpflichten: Wenn SVHCs 0,1 % w/w überschreiten, müssen Hersteller Informationen an Empfänger und Verbraucher weitergeben und Meldungen an die SCIP-Datenbank übermitteln.

Warum ist die Phthalat-Prüfung für recycelte Kunststoffe entscheidend?

Phthalate sind Weichmacher, die historisch in Kunststoffen verwendet wurden und aufgrund ihrer potenziellen endokrin disruptiven Eigenschaften Bedenken hervorgerufen haben.

  • Kontaminationsrisiko: Recycelte Kunststoffe bergen ein höheres Risiko einer Phthalatkontamination aufgrund ihrer vielfältigen und manchmal unbekannten Herkunft.
  • Umfassende Analyse: Die Prüfung umfasst regulierte Phthalate wie DEHP, DBP, BBP, DIBP, DNOP, DINP und DIDP unter Verwendung empfindlicher GC-MS/MS-Methoden.
  • Regulatorische Grenzwerte: Die Nachweisgrenzen müssen deutlich unter 0,005 % liegen, um die Einhaltung der EU-Verordnung 10/2011 für Lebensmittelkontaktmaterialien und der strengeren EU 2018/2005 für Kinderpflegeartikel und Spielzeug zu gewährleisten.

Wie führen wir unsere Sicherheitsbewertungen durch?

Wir verwenden einen vielschichtigen Ansatz, der für die gründliche Bewertung der Sicherheit von recycelten Kunststoffen unerlässlich ist. Dies umfasst mehrere kritische Prüf- und Analysephasen:

Migrationsprüfung

Eine der Hauptbedenken bei Lebensmittelkontaktmaterialien ist das Potenzial, dass Chemikalien aus der Verpackung in die Lebensmittel selbst übergehen oder migrieren.

  • Gesamtmigration: Hierbei wird die Gesamtmenge aller Substanzen geprüft, die aus dem Kunststoff in ein Lebensmittelsimulans migrieren können. Es bietet ein allgemeines Maß für die Inertheit des Materials.
  • Spezifische Migration: Dies konzentriert sich auf bestimmte besorgniserregende Substanzen und misst die Menge einer spezifischen bekannten Chemikalie (z.B. ein Monomer, Additiv oder Verunreinigung), die in Lebensmittel übergeht. Die Einhaltung von Vorschriften wie der EU-Verordnung Nr. 10/2011 (EN1186-1) ist hier entscheidend.
  • Migrationsmodellierung: Fortschrittliche Computermodelle können Migrationsniveaus unter verschiedenen Bedingungen vorhersagen und so die Sicherheitsbewertung effizient unterstützen.
  • Temperaturabhängige Migrationsstudien: Da die Temperatur die Migrationsraten erheblich beeinflussen kann, werden Studien durchgeführt, um zu verstehen, wie sich die Verpackung unter realen Bedingungen, von Kühlung bis Erhitzung, verhalten wird.

Identifizierung und Quantifizierung schädlicher Substanzen

Ein entscheidender Schritt ist das Verständnis der chemischen Zusammensetzung des recycelten Polymers.

  • Polymeridentifizierung und Reinheit: Techniken wie Pyro-GC MS (Pyrolyse-Gaschromatographie-Massenspektrometrie) oder Infrarotspektroskopie werden eingesetzt, um die genaue Art und Reinheit des recycelten Polymers zu bestimmen.
  • Andere Techniken wie TGA (Thermogravimetrie) oder DSC (Differential-Scanning-Kalorimetrie) helfen bei der Charakterisierung und Identifizierung des Materials.
  • Screening auf Verbindungen: Es wird ein umfassendes Screening auf semi-flüchtige, flüchtige und nicht-flüchtige Verbindungen durchgeführt. Dies hilft, eine Vielzahl potenzieller Migrationsstoffe, einschließlich unerwarteter Substanzen, zu identifizieren.
  • Worst-Case-Extraktion: Hierbei werden aggressive Bedingungen verwendet, um herauslösbare Substanzen zu extrahieren, um eine Schätzung zu erhalten, was potenziell migrieren könnte.

Wie gehen wir mit kritischen Substanzen um?

Bestimmte Chemikalien sind dafür bekannt, dass sie spezifische Gesundheitsrisiken bergen, und werden daher bei der Sicherheitsbewertung genau unter die Lupe genommen:

  • Schwermetalle und anorganische Verbindungen: Elemente wie Blei, Cadmium und Quecksilber sind selbst in geringen Mengen giftig.
  • Phthalate: Diese werden häufig als Weichmacher verwendet, aber einige stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu stören.
  • Bisphenol A (BPA): Eine weitere Verbindung, die im Verdacht steht, das Hormonsystem zu stören und häufig in Polycarbonat-Kunststoffen vorkommt.
  • Flüchtige organische Verbindungen (VOCs): Diese können die Raumluftqualität beeinträchtigen und einige können direkte Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Was sind die Vorteile von Sicherheitsbewertungen?

Die Durchführung gründlicher Sicherheitsbewertungen für recycelte Kunststoffe, insbesondere solche, die für Lebensmittelkontaktmaterialien bestimmt sind, bietet eine Vielzahl entscheidender Vorteile:

  • Schutz der Verbrauchergesundheit: Dies ist der wichtigste Vorteil. Strenge Prüfungen stellen sicher, dass schädliche Substanzen nicht aus der Verpackung in Lebensmittel migrieren, wodurch die öffentliche Gesundheit geschützt und lebensmittelbedingte Krankheiten verhindert werden.
  • Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Sicherheitsbewertungen helfen Unternehmen, komplexe lokale und internationale Vorschriften (wie die EU-Verordnung Nr. 10/2011, FDA-Anforderungen und REACH) einzuhalten. Dies vermeidet kostspielige Strafen, rechtliche Probleme und Produktrückrufe und sichert den Marktzugang.
  • Aufbau von Markenvertrauen und Reputation: Das Engagement für Sicherheit durch umfassende Bewertungen stärkt das Vertrauen der Verbraucher in Ihre Produkte und Marke. Diese Transparenz kann zu erhöhter Kundenbindung und einer stärkeren Marktposition führen.
  • Förderung der Kreislaufwirtschaft: Durch die Überprüfung der Sicherheit von recycelten Kunststoffen ermöglichen diese Bewertungen deren sichere Verwendung in neuen Produkten, einschließlich sensibler Anwendungen. Dies unterstützt die Nachhaltigkeitsziele und reduziert die Abhängigkeit von neuen Kunststoffen.
  • Reduzierung von Geschäftsrisiken und Haftung: Die frühzeitige Identifizierung und Minderung potenzieller Gefahren im Produktentwicklungszyklus minimiert das Risiko von Sicherheitsvorfällen, die zu erheblichen finanziellen und reputativen Schäden führen können.
  • Informationen zur Materialauswahl und Prozessoptimierung: Die aus Sicherheitsbewertungen gewonnenen Daten können wertvolle Einblicke in die Eignung verschiedener recycelter Ausgangsmaterialien liefern und dazu beitragen, Recyclingprozesse zu optimieren, um die Qualität und Sicherheit des Endmaterials zu verbessern.

Warum Applus+ Laboratories für Ihre Sicherheitsbewertung wählen?

Wählen Sie Applus+ Laboratories als Ihren vertrauenswürdigen Partner für die umfassende Sicherheitsbewertung von recycelten Kunststoffen. Wir unterstützen Sie auf Ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Verbrauchervertrauen durch:

  • Ganzheitliche Expertise: Nutzung fortschrittlicher analytischer Fähigkeiten und fundierter Kenntnisse der Lebensmittelkontaktvorschriften und kritischer Substanzen, um ein vollständiges Leistungsspektrum zu bieten.
  • Umfassende Beratung: Bietet fachkundige Unterstützung und proaktive Problemlösung, um komplexe Sicherheitsanforderungen zu bewältigen und die Einhaltung der Vorschriften für Ihre recycelten Materialien zu gewährleisten.
  • Innovativer Ansatz: Einsatz modernster Analysetechniken und ständige Aktualisierung der sich entwickelnden Vorschriften, um robuste Sicherheitsbewertungen zu liefern.
  • Zertifizierte Standards: Einhaltung höchster Qualitätsstandards, einschließlich der ISO 17025-Akkreditierung für viele Verfahren, um eine zuverlässige und detaillierte analytische Berichterstattung zu gewährleisten.
  • Marktreife Zusammenarbeit: Unterstützung Ihrer Produktentwicklung durch Bereitstellung wichtiger Daten zur Sicherheitsbewertung, Förderung des Verbrauchervertrauens und Förderung einer breiteren Anwendung von Recyclingmaterialien.

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